Pelzlexikon
Der Kolinsky bzw. Kolonok
(Sibirisches Feuerwiesel)
Der Name Kolinsky (russisch Kolonok) bildet sich aus Kola (russ. Halbinsel) und der Endung "-insky ".
Lateinische Bezeichnung: Mustela sibirica
Fellfarbe: Sommer hellgelb, Winter leuchtendes, fas feuriges Ockergelb (daher der Name Feuerwiesel). Im Kehlbereich ein weißer Fleck
Größe: Körperlänge 25 - 39 cm, Schweif ca. 15 - 20 cm
Gewicht: ca. 400 - 800 Gramm
Haarlänge der Deckhaare: Winter ca. mm
Lebensraum: Die Heimat erstreckt sich von Asien bis Osteuropa, sowie in europäischen Teil Russlands, von Tibet bis ins nördliche Thailand. Der Kolinsky kommt auch in Korea und Japan vor. Er bevorzugt Waldgebiete, am liebsten in der Nähe von Gewässern.
Nahrung: Der Feuerwiesel ist ein sehr geschickter Jäger und ernährt sich von kleinen Nagetieren wie z.B. Spitzmäusen, kleinen Hasen, Eiern. Er ist sehr flink und sehr geschickt im Klettern.
Handelsinformationen zum Kolinsky:
Da das Fell sehr leicht und dünn ist, wird dieses bevorzugt zu Innenfuttern von Damen- und Herrenbekleidung verwendet. Des weiteren eignet es sich auch für leichte Pelzdecken oder Pelzkissen. Die Schweifhaare werden auch zur Herstellung hochwertiger Pinsel verwendet.
Sonstige Handelsbezeichnungen: Sibirischer Nerz, Chinesischer Nerz, Japanischer Nerz, Feuermarder, Erdmarder, Tatarischer Marder. Die Beinahmen Nerz sind irreführend, da der Kolinsky nichts mit dem Nerz gemein hat.
Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES Bescheinigung): Die Felle sind frei handelbar. Eine CITES Bescheinigung (Vermarktungsgenehmigung) ist nicht erforderlich.
Zuchtnerz
Den Zuchtnerz gibt es nun schon seit ca 100 Jahren. Anscheinend haben sich zuerst die Amerikaner mit dieser befasst. Alle Nerzzuchten gehen auf den Amerikanischen Wildnerz zurück. Diese liegt daran, dass der europäische Zuchnerz ein bei weitem nicht so schönes Fell besitzt.
Lateinische Bezeichnung: Mustela vison Schreber
Fellfarbenbezeichnungen im internationalen Fellhandel: Da es sich hier um gezüchtete Ware handelt, sind so gut wie alle naturellen Farben vertreten. Es variiert von schwarz bis weiß, beige bis braun etc. Die im nachfolgenden genannten Farbbezeichnungen sind die in meinen Augen geläufigsten. Die verschiedenen weltweiten Pelz-Auktionshaäuser verwenden aber auch andere als die nachfolgenden.
Schwarz = Black
dunkles Naturbraun = Mahagany
Naturfarben (Wildnerz) = Glow/Demibuff
Hellbraun = Pastell
sehr helles Hellbraun/Beige = Dawn
helles Beige = Palomino
sehr helles beige = Pearl
Grau = Silverblue
Grau (Stahlgrau) = Blue Iris oder Sapphire
Weiß = White
helle Felle mit ausgeprägten Grotzen (Rückenmitte) = Cross (z.B. Black Cross, Brown Cross, Sapphire Cross etc.
Größe: bedingt durch die Zucht, sehr unterschiedlich
Gewicht: bedingt durch die Zucht, sehr unterschiedlich
Haarlänge der Deckhaare: bedingt durch die Zucht, sehr unterschiedlich
Herkunft der Felle:
Der größte Teil der Nerzfelle wird über weltweite Fellauktionen verkauft. In diesen sind meistens die Züchter der jeweiligen Regionen organisiert. Auf dem freien Markt wird m.E. nur ein kleiner Teil der Felle gehandelt. Auf den Auktionen werden die Felle nach, Farben, Größen, Qualitäten, etc. sortiert und über einen Katalog angeboten. So ist gewährleistet, dass der jeweilige Züchter für seinen Ware den korrekten Marktpreis erzielt. Nur eine ordnungsgemäße Zucht bringt ein schönes Fell hervor, und diese erzielen auf den Auktionen die höchsten Preise.
Größte weltweite Auktionshäuser:
Skandinavien: SAGA Fur, Kopenhagen Fur, Oslo Fur Auctions
Nordamerika: NAFA (North American Fur Auction), Fur Harvesters
Russland: Sojuzpushnia
Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES Bescheinigung): Die Felle sind frei handelbar. Eine CITES Bescheinigung (Vermarktungsgenehmigung) ist nicht erforderlich.
Hermelin
Das Hermelin oder der Große Wiesel hat unter den Wieseln weltweit die größte
Verbreitung. Es lebt in Europa, in großen Teilen Asiens von Nordsibirien
über Kamtschatka und bis Japan, im nordwestlichen Kaukasus, Mittelasien, Nord-Indien, China, der Mongolei und in Nordamerika. Die Winterfelle, die für ihre Feinheit und reine Farbe geschätzt werden, gehören im Handel zu den wertvollsten Pelzen. Während der Regierungszeit von Edward III (1327–1377- England), war das Tragen von Hermelin auf die Mitglieder der königlichen Familie beschränkt. Danach wurden Staatsgewänder so konstruiert, dass in vielen Fällen der Rang und die Position des Trägers durch das Vorhandensein oder Fehlen oder die Anordnung der schwarzen Flecken bestimmt werden konnten.
Lateinische Bezeichnung: Mustela erminea
Fellfarbe: In gemäßigten Zonen, wie im Süden Englands, Irland, im südlichen Europa, sowie in der südlichen USA bleiben Hermeline das ganze Jahr über braun. In den kalten Regionen wie im hohen Norden und in Hochgebirgslagen behalten sie das ganze Jahr die weiße Farbe. In den südlichen Staaten der USA bleiben Hermeline das ganze Jahr hindurch braun mit weißlichem Hals, Brust und Bauch.
Größe: Körperlänge 26 bis 32 cm, Schweif 5 bis 12 cm
Gewicht: ca. 300 Gramm
Haarlänge der Deckhaare: Sommer ca. 10mm - Winter ca. 13mm
Lebensraum: Hermeline sind am häufigsten in Gebüschen, Wäldern und halb bewaldeten Bereichen anzutreffen. Hermeline sind in Höhen bis zu 3400 Meter anzutreffen.
Nahrung: kleine Säugetiere wie Mäuse, Ratten, Kaninchen, Maulwürfe, Vögel , Eier , Frösche und gelegentlich bis selten wirbellose Tiere
Sonstige Handelsbezeichnungen:
Im alten Griechenland wurde es auch als weiße Ratte bezeichnet oder armenische Ratte. Daraus soll sich später der Name Hermelin entwickelt haben.
Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES Bescheinigung): Die Felle sind frei handelbar. Eine CITES Bescheinigung (Vermarktungsgenehmigung) ist nicht erforderlich.