Fachbegriffe im Pelzhandel & Pelzhandwerk

Anbrachen von Fellen 

Anbrachen kommt von brauchbar machen. In diesem Vorgang der Fellverarbeitung werden schadhafte Stellen, wie z.B. kahle Fellbereiche, Löcher, Verfilzungen etc. durch besondere Techniken unsichtbar repariert. Dieser Vorgang geschieht in aller Regel mit dem Kürschnermesser.  Die schadhafte Stelle wird herausgeschnitten (in Form von einer Ellipse oder einer so genannten "Zunge"). Anschließend wird dieser offene Bereich mit der Pelznähmaschine wieder zusammen genäht. 

Auslassen der Felle

Dieses ist eine spezielle Verarbeitungsform/Schnitttechnik. Hier wird durch Verlust der Fellbreite eine längere Felllänge erreicht.

Lederblende

Aufbringen von Anilinfarbe (verdünnt in Spiritus) auf die Lederseite des Felles.
Hierdurch soll verhindert werden, dass die helle, natürliche Lederfarbe später beim Pelzteil durchschimmert. Meistens werden Grau bzw. Brauntöne der Anilinmischung verwendet.

Body

Hierbei handelt es sich um ein so genanntes Halbfabrikat. Es handelt sich um eine vorgearbeitete Fellfläche (ca. 230 x 120 cm - B x L - Haarrichtung meistens in die 120 cm Richtung)aus einzelnen Fellen oder Fellstücken (Reste der Fellverarbeitung). Viele dieser Fellbodys werden in Kastoria/Griechenland (Kastoria ist in den Bergen an zwei malerischen Seen gelegen) gefertigt. Dort arbeiten tausende Kürschner, meistens in kleinen Familien- betrieben, an solchen Fellbodys. Sie sind weltweit die besten Experten in der Verwertung von den weltweit anfallenden Fellresten, die bei der Herstellung von Pelzkonfektion anfallen.

Einlassen

Einlassen von Fellen ist das gegenteil von auslassen.

Entgrannen

Mechanisches entfernen der Granne (Oberhaar) durch ausrupfen der Haare. Deshalb wird dieser Vorgang auch rupfen genannt.

Federn 

Federn ist eine Verarbeitungstechnik um wertvolles Fellmaterial einzusparen. Das Fell wird in diesem Prozess gleichmäßig in Streifen geschnitten. Teilweise längs, quer, V-förmig oder auch A-förmig. zwischen die einzelnen Fellstreifen wird dann ein Lederstreifen oder Stoffstreifen zwischen genäht. Meistens ist der Leder/Stoffanteil wesentlich größer als der Fellanteil. Dadurch spart man Material ein und das spätere Pelzprodukt wird wesentlich leichter und oft auch weicher. 

Fellbund

Ist ein Bündel von Fellen, die in der Regel nach Farbe Qualität und Größe vorsortiert sind. In einem "normalen" Fellbund befinden sich in der Regel zwischen 10-50 Felle. Ein Fellbund wird auch als Lot bezeichnet. Mehrere gleiche Lots nennt man auch String.

Fixieren

Früher wurde auf die Lederseite des anzufertigenden Pelzteils (Pelzjacke, Pelzweste, Pelzmantel, Pelzdecke etc.) meistens ein Baumwollstoff aufpikiert. Pikieren geschieht mit einer speziellen Pikiermaschine. Diese kann den Stoff auf die Lederseite aufnähen, ohne das die Naht auf der Fellseite sichtbar wird. Anfang der 90er Jahre wurde dann der Fixierstoff für den Pelz entdeckt. Dieser wird mit einer speziellen Fixierpresse (teilweise in kleineren Betrieben auch mit dem Bügeleisen) auffixiert. Normalerweise mit ca. 90 Grad und ca. 4 Bar Druck. Fixieren geht wesentlich schneller als pikieren und hält das spätere Produkt in seiner gewünschten Form. Fell ist im Gegensatz zu Stoff in alle Richtungen dehnbar. Der Fixierstoff verhindert mit seinem Gewebe das ausleiern des Leders beim späteren benutzen des Pelzes.

Grotzen

Der Grotzen ist die Rückenmitte des Felles. Dieser kann teilweise markant aussehen und teilweise auch unscheinbar.

Grotzenstecher

Der Grotzenstecher sieht aus wie ein mittelgroßer Schraubenzieher, nur ist er vorne sehr spitz. Mit diesem kann bei langhaarigen Fellen der Grotzen (Rückenmitte des Felles) markiert/angestochen werden.